Podcast – Folge 19: Angst in der Gruppe

 

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Viele Menschen kennen das Gefühl: Ein Anlass steht bevor und schon im Vorfeld entstehen Sorgen und Unsicherheiten. Gedanken wie «Was denken die anderen über mich?», «Verhalte ich mich richtig?» oder «Passe ich überhaupt dazu?» lösen Gefühle von Stress, Anspannung und Unwohlsein aus. Manche Menschen erleben zusätzlich körperliche Symptome wie Schlafprobleme, Kopf- oder Nackenschmerzen oder einen nervösen Magen.

Die gute Nachricht ist: Unsicherheit in Gruppen ist kein unveränderliches Schicksal. Wer die eigenen Muster erkennt und bereit ist, neue Erfahrungen zu machen, kann lernen, sich auch in grösseren Gruppen sicherer, freier und wohler zu fühlen.

 

Ursachen von Unsicherheit in Gruppen

Aus individualpsychologischer Sicht hängen solche Unsicherheiten eng mit unserem Lebensstil zusammen – also mit den Überzeugungen, die wir in frühen Lebensjahren über uns selbst, die anderen Menschen und die Welt entwickelt haben.

Vertrauen wir uns selbst? Fühlen wir uns gleichwertig und willkommen? Oder denken wir über uns, dass wir z.B. nicht gut genug, peinlich oder unfähig sind? Genauso entscheidend ist die Frage, wie wir andere Menschen wahrnehmen. Erleben wir sie als wohlwollend und interessiert oder als kritisch und ablehnend? Solche Überzeugungen beeinflussen massgeblich, wie sicher oder unsicher wir uns in Gruppen fühlen.

 

Wege zu mehr Sicherheit und Gelassenheit

Ein wichtiger Schritt besteht darin, die eigenen Denkmuster zu erkennen und zu überprüfen. Oft zeigt sich, dass die befürchteten Reaktionen anderer Menschen in der Realität gar nicht eintreten.

Ebenso wichtig ist es, die eigene Komfortzone zu erweitern und sich schrittweise den Situationen zu stellen, die Unsicherheit auslösen. Neue positive Erfahrungen helfen dabei, das Selbstvertrauen zu stärken und alte Überzeugungen zu verändern. So kann nach und nach die Erfahrung entstehen: «Ich darf mich zeigen. Ich bin willkommen. Ich gehöre dazu.»

Hilfreich kann es zudem sein, im Sinne von Alfred Adlers Gemeinschaftsgefühl die Aufmerksamkeit von sich selbst weg und hin zur Gruppe zu lenken. Mit der Haltung «Ich bin Teil der Gruppe und möchte dazu beitragen, dass es ein schöner Anlass wird» verschiebt sich der Fokus von der Angst zur Freude. Man kann sich zum Beispiel vornehmen, bewusst Interesse zu zeigen, Fragen zu stellen oder anderen Menschen mit einem freundlichen Blick zu begegnen. Dadurch entstehen positive Begegnungen und das Gefühl, dazuzugehören. Je stärker dieses Zugehörigkeitsgefühl wird, desto mehr verlieren Unsicherheit und Angst an Bedeutung. An ihre Stelle treten Verbundenheit, Interesse und die Erfahrung, Teil der Gemeinschaft zu sein.

 

Gastgeberinnen

  • Laura Messina, individualpsychologischer Beraterin AFI in eigener Praxis in Geroldswil, mit den Themen berufliche Neuorientierung, Berufung und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Jeannette Papadopoulos, individualpsychologische Beraterin AAI in eigener Praxis in Jona mit dem Fachbereich Erziehung.
  • Isabelle Sproll-Imhasly, Individualpsychologische Beraterin AFI in eigener Praxis in Interlaken mit den Themen Paare, Singles und Veränderung.

 

Individualpsychologische Beratung finden

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Sponsoring

Dieser Podcast wird durch die Schweizerische Gesellschaft für Individualpsychologie nach Alfred Adler (SGIPA) ermöglicht.

 

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