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Familienberatung: Der Weg zu Ihrer Berufung

Familienberatung: Der Weg zu Ihrer Berufung

Familienberatung: Der Weg zu Ihrer Berufung

Als Familienberater/in arbeiten Sie in einem abwechslungsreichen und spannenden Feld. Denn hinter dem Begriff Familienberatung stehen unterschiedliche Angebote: Neben der Unterstützung von Familien begleiten Sie gezielt Eltern und führen ebenso Ehe- und Paarberatung durch.  

Sie interessieren sich für Familienberatung?

Dieser und der nächste Beitrag geben Ihnen einen Einblick in den Praxisalltag dieser wertvollen Tätigkeit. Ausserdem lassen wir eine Familienberaterin zu Wort kommen und zeigen am Schluss, wie Sie selbst erfolgreich als Familienberater/in tätig werden.

Abenteuer Familienleben: zwischen Herausforderung und Liebe

Erziehung ist kein Kinderspiel – alle Eltern wissen das. Jedes Alter trägt neue Herausforderungen im Gepäck. Kaum ist die erste Trotzphase überstanden, steht die Wackelzahnpubertät ins Haus. Kein Wunder, dass jedes Jahr neue Familien- und Erziehungsratgeber erscheinen. Das Eltern-Sein ist mit vielen Fragen verbunden. 

Genauso können die sozialen und finanziellen Verpflichtungen einer Familie den Verantwortlichen über den Kopf wachsen. Wenn Familien und Paare an ihre Grenzen stossen, kann eine Familien- oder Paarberatung weiterhelfen.

Hinter dem Begriff Familienberatung verbergen sich verschiedene Unterstützungsangebote, um familiäre Herausforderungen zu meistern.

Zuvor gilt es allerdings, einen für viele heiklen Schritt zu tun: die Hilfe tatsächlich in Anspruch nehmen.

Abenteuer Familienleben: zwischen Herausforderung und Liebe

Die grösste Hürde: den Schritt in die Beratung wagen.

Der häufigste Grund für Familien, keine Beratungsstelle aufzusuchen, ist Scham. Einerseits schämen sie sich dafür, dass sie alleine nicht mehr zurechtkommen. Andererseits sorgen sie sich darum, «was die Leute denken». Die Folge: Probleme werden verdrängt und vertuscht, statt sie aktiv anzugehen. Der Haken an der Sache: Die Schwierigkeiten vergrössern sich, statt zu verschwinden. Manchmal müssen Familien in ernste Notlagen geraten, ehe sie den Mut und den Willen aufbringen, psychologische Hilfe anzunehmen.

Neben der Scham spielt auch Angst, die Kontrolle über persönliche Entscheidungen zu verlieren, eine Rolle, wenn Familien bei Hilfsangeboten zögern.

Wie kann Familienberatung helfen?

Die beschriebenen Ängste sind verständlich. Familienberater/innen können die Sorgen jedoch gut entkräften. Denn: Familienberatung bietet Hilfe zur Selbsthilfe, sie unterstützt und berät, es existieren keine zwingenden Vorgaben.

Gemeinsam mit der Familie erarbeiten Beratungspersonen individuelle Wege und Handlungsmöglichkeiten, um Schwierigkeiten zu lösen. Die Familienmitglieder müssen die neuen Strategien aktiv umsetzen. Ziel der Familienberatung ist, Familien so zu stärken, dass sie ihre Probleme mittel- bis langfristig selbstständig bewältigen.

Berater/innen tragen viel zum Verständnis ihrer Tätigkeit bei. So hilft es, wenn sie ihr Angebot zum Beispiel im Internet entsprechend präsentieren. Wenn Ratsuchenden beim Besuch der Website Berührungsängste genommen werden, ist die erste Hürde schnell geschafft. 

Formen der Familienberatung

Das Angebot an Familienberatung ist so vielfältig wie die Menschen, die sie in Anspruch nehmen. Die Beratungsleistungen unterscheiden sich je nach Anbieter, der Beratungsform und dem Bereich, in dem Unterstützung gesucht wird.

Darüber hinaus gibt es weitere Unterschiede in der Beratungsform: krisenbezogene Familienberatung unterstützt und interveniert in aktuellen Notsituationen und Lebenskrisen. Sie ist in der Regel kurzfristig angelegt. Die problembezogene Familienberatung beleuchtet ein spezifisches familiäres Problem und zeigt dauerhafte Lösungswege auf. Die präventive Familienberatung dagegen stärkt Kompetenzen der Familie über Aufklärungs- und Bildungsangebote.

Für alle Formen gilt: Es ist wichtig, dass Ratsuchende und Beratungsperson eine tragfähige Beziehung aufbauen. Wenn «die Chemie» nicht stimmt, sinken die Erfolgsaussichten.

Präventiv-Tipp: Elterntraining

In der Prävention hat sich ein Angebot besonders bewährt: das Elterntraining. Die häufigste Ursache familiären Problemen ist Stress. Typische Stress-Symptome sind Gefühle der Überforderung, Wut oder Müdigkeit. In Stresssituation werden Erziehungsfragen oft schwieriger. Stress-betroffene Eltern reagieren gereizter und empfinden weniger Freude. Manche Eltern besuchen daher proaktiv ein Elterntraining oder lesen Bücher wie «Kinder fordern uns heraus: Wie erziehen wir sie zeitgemäss?» von Rudolf Dreikurs. Über Probleme zu sprechen und sie zu reflektieren hilft, angemessene Lösungen zu suchen und finden.

Öffentliche und private Träger der Familienberatung: die Unterschiede

Je nach Träger unterscheiden sich die Leistungen und möglichen Kosten einer Familienberatung. Familienberatungsangebote aus öffentlicher Hand sind meist kostenlos. Auskunft über öffentliche Stellen finden Sie beim für Familienfragen zuständigen Departement Ihres Kantons.

Private Familienberatungen haben in der Regel einen psychologischen Hintergrund. Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen, helfen auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Fachkräfte. Hier finden Sie eine Liste von einigen Beraterinnen und Beratern, die unsere Ausbildung in psychosozialer Beratung absolviert haben. Teilweise mit der Zusatzausbildung “Fachberaterin/Fachberater Erziehung AFI”

Berater/in werden: berufsbegleitende Diplom Ausbildung mit Möglichkeit zum Eidgenössischem Diplom

Was passiert in der Familienberatung?

Im Folgenden zeigen wir Ihnen Beispiele für Problemstellungen, bei denen Familienberatung unterstützt: 

  • Sie finden nicht den richtigen Moment, um in der Partnerschaft eine belastende Frage zu besprechen.
  • Der Umgang in Ihrer Beziehung oder Familie verletzt Sie.
  • Die 6-jährige Tochter hat bis vor kurzem sehr liebevoll mit dem 3-jährigen Bruder gespielt. Seit einigen Wochen erleben Sie eine nicht gekannte Konkurrenz zwischen den Beiden. Die Tage enden meist im Streit und einer bisher unbekannten Boshaftigkeit.
  • Die Diskussionen mit Ihren Heranwachsenden über den Gebrauch des Computers geraten ins Uferlose.
  • Die vereinbarte Mitarbeit im Haushalt wird nicht ausgeführt.
  • Ihre Tochter hält sich kaum mehr an getroffene Abmachungen. Sie kommt nach Hause wann sie will. Sie können nicht mehr länger zusehen.
  • Seit der Geburt Ihres Kindes mischt sich die Schwiegermutter extrem in die Familienangelegenheiten ein.
  • Die pubertierenden Kinder räumen das eigene Zimmer nicht mehr auf und zerstreuen ihre Kleider in der ganzen Wohnung.
  • Sie möchten die Familienarbeit zwischen Mann und Frau besser aufteilen, kommen alleine jedoch nicht voran.

Wann braucht es welches Beratungsangebot?

Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie stellte bereits zu Beginn der 1920er Jahre das Individuum in den Mittelpunkt. Er betrachtete den Menschen jedoch im Kontext seiner sozialen Beziehungen und der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt

Adler wusste von Anfang an, dass die Menschen einander gegenseitig beeinflussen und dass kein Mensch als in sich geschlossen zu betrachten ist. In seinem Konzept der Lebensaufgaben beschreibt Alfred Adler drei soziale Lebensbereiche, nämlich Arbeit, Gemeinschaft und Liebe, die jeden Menschen immer wieder von Neuem herausfordern. Um ein erfüllendes Dasein zu führen, muss er Lösungen für Probleme in diesen Bereichen finden.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen die verschiedenen Beratungsformen:

Paarberatung – zu zweit wachsen

Eine Paarberatung bringt Menschen bei Schwierigkeiten innerhalb einer Partnerschaft voran. Das kann ein konkretes Problem in der Lebensaufgabe Liebe sein, zum Beispiel wenn sich ein Paar nach der Geburt des ersten Kindes voneinander entfernt hat und nach einer neuen Basis sucht.

Genauso wirkt eine angespannte berufliche Situation auf das Leben als Paar. Beratung kann hier auf zwei Ebenen unterstützen: als Einzelangebot für den Lebensbereich Arbeit und in Form der Paarberatung. Bei der Paarberatung steht die Frage im Vordergrund: Wie stärken wir unsere Beziehung, damit die berufliche Belastung unsere Partnerschaft weniger beeinträchtigt?

Sie sehen: Schwierigkeiten in einer oder mehreren Lebensaufgaben führt Menschen in die Paarberatung, wenn der Fokus auf dem Zusammenleben liegt.

Paarberatung zielt immer auf Entwicklung ab. Ratsuchende können als Paar und Einzelperson reifen und im Alltag wieder mehr Zufriedenheit erfahren. Diese Techniken setzen individualpsychologische Beratungspersonen in der Paarberatung gerne ein:

  • Lebensstilanalyse
  • GPI®-Persönlichkeitsanalyse
  • Genogramm/Familienkonstellation
  • Übernommene Rollen
  • Kommunikation / Liebessprache
  • Beziehungspyramide
  • u.a.

Erziehungsberatung: Eltern unterstützen

Erziehungsberatung fokussiert sich auf den Umgang von Eltern mit ihrem Nachwuchs. Dabei spielt es keine Rolle, ob Eltern allgemeine Fragen zur Erziehung stellen oder gezielt nach einer Strategie für Verhaltensauffälligkeiten suchen.

Die folgenden Aspekte werden in der Erziehungsberatung bearbeitet:

Familienberatung: das System stärken

Die Familienberatung nimmt das gesamte System in den Blick, also Eltern und Kinder. Anders formuliert: Sie unterstützt Ratsuchende dabei, als Familie zufrieden zusammenzuleben und Schwierigkeiten gemeinsam zu lösen.

Beratungspersonen können auf unterschiedliche Weise unterstützen. Am häufigsten setzen sie folgende Strategien ein:

  • Gespräche mit allen Beteiligten (Eltern, Kindern einzeln und/oder als ganze Familie)
  • Familienmediation (angepasst an das Alter der beteiligten Kinder)
  • Stärkung von Gleichwertigkeit, Zusammenarbeit und Gemeinschaftsgefühl
  • Klärung von Werten und Familienmustern
  • irrige Nahziele und zu hohe Ideale von Eltern identifizieren und klären
  • Familien unterstützen, sich als System wahrzunehmen, deren Einzelpersonen sich gegenseitig beeinflussen
  • Analyse der Wirkung der Herkunftsfamilien auf die jetzige Familie

Beratung: ein spannendes, abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld

Berater/innen arbeiten in einem sehr vielfältigen und anspruchsvollen Bereich. Sie übernehmen die wertvolle Aufgabe, Menschen auf dem Weg in ein erfüllteres Leben zu begleiten. Gleichzeitig entwickeln sie sich selbst zu einer reiferen Persönlichkeit – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Berater/in werden: berufsbegleitende Diplom Ausbildung mit Möglichkeit zum Eidgenössischem Diplom

Berater/in werden: berufsbegleitende Diplom Ausbildung mit Möglichkeit zum Eidgenössischem Diplom

In der 3-jährigen Ausbildung an der Akademie für Individualpsychologie erarbeiten Sie sich praxiserprobtes, psychologisches Wissen und ein Beratungskonzept, das Sie in den verschiedensten Beratungs-Settings einsetzen können. Hier finden Sie weitere Informationen zur psychosozialen Beratungsausbildung.

Ausserdem lernen Sie die Grundbegriffe der Individualpsychologie sowie deren Bedeutung kennen und sie gezielt anzuwenden. Hier einige Beispiele:

  • Was bedeuten die Lebensaufgaben Liebe, Arbeit, Gemeinschaft?
  • Was ist gelebte, soziale Gleichwertigkeit?
  • Was ist eine Lebensstilanalyse und welchen Einfluss hat der Lebensstil der Einzelpersonen auf das Zusammenleben?
  • Wie gehen die Ratsuchenden mit Minderwertigkeit und Macht um?
  • Was ist eine Familienkonstellation oder ein Genogramm und welche nützlichen Informationen gewinnen Beratungspersonen und Ratsuchende durch den Einsatz?
  • Prägende Einflüsse aus das Kindheit (die eigenen Lebensgeschichte verstehen und reflektieren). In der Familienberatung: Die Herkunftsfamilien der Eltern und ihre Wirkungen auf die jetzige Familie aufzeigen können.
  • Wie beeinflusst die Geschwisterkonstellation die Familiendynamik?

Tipp: Zum Thema Geschwisterkonstellation finden Sie hier einen spannenden Fachartikel.

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Ziele einer Familienberatung

In vielen Familien kommt es immer Mal wieder zu Meinungsverschiedenheiten bzw. Konflikten. In diesen Phasen ist das Zusammenleben meist schwierig. Denn ein Konflikt in der Familie kann richtig eskalieren und keiner weiss, wie man damit umgeht. Durch eine gezielte Familienberatung lassen sich Lösungen für verschiedene familiäre Probleme erarbeiten.

Fazit: Die ideale Familie gibt es nicht – deshalb ist Beratung so wertvoll

Eine gute Familienführung erfordert intensives Engagement. Viele Eltern streben das Bild von einer Idealfamilie an und fühlen sich überfordert, wenn sie es nicht erreichen. Die Ursache dafür liegt nicht nur an den Familienmitgliedern, sondern auch am heutigen Lebensdiktat, dem gesellschaftlichen System und der wirtschaftlichen (Un-)Sicherheit.

Darüber hinaus haben sich traditionelle Familienstrukturen in den letzten Jahren stark verändert. Neue Modelle haben sich noch nicht abschliessend etabliert. Familienberatung begleitet auf dem Weg in eine positive Zukunft. 

Gerne informieren wir Sie über unser Ausbildungsangebot persönlich! Hier finden Sie unser Kontaktformular. Wir freuen uns über Ihre Nachricht.

Im zweiten Teil dieser Beitragsreihe gewährt die erfahrene Beraterin Tamara Büttner einen authentischen Einblick in ihre tägliche Arbeit als Familienberaterin: Hier geht’s zu Teil zwei!

 

Autor: Urs R. Bärtschi

 

 

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